Crypto Assets: Herausforderung für Unternehmen und Wirtschaftsprüfer*innen

Digitalisierung & Innovation

Seit der Veröffentlichung des Bitcoin-Whitepaper durch Satoshi Nakamoto in 2008 und der zunehmenden Nutzung und Verbreitung der Blockchain-Technologie hat sich der Markt für Crypto Assets rasant entwickelt. Die Marktkapitalisierung aller Crypto Assets hat sich von ca. 1,4 Mrd. € in 2013 auf nahezu 1,6 Billionen € in 2021 erhöht (Global Cryptocurrency Market Charts | CoinMarketCap). Die Dominanz des Bitcoins, der bekanntesten und nach Marktkapitalisierung größten Kryptowährung, ist dabei von 94 % auf 42 % gesunken. Dies zeigt, dass in diesem Zeitraum, neben dem Bitcoin, weitere zahlreiche Kryptowährungen (derzeit ungefähr 12.000) entstanden sind.

Die immense Anzahl der Crypto Assets sowie deren unterschiedliche Funktionen machen eine Klassifizierung notwendig.  

Klassifizierung von Crypto Assets

Es gibt zahlreiche Versuche, Crypto Assets (oft auch als Digital Tokens bezeichnet) zu klassifizieren. Eine eindeutige Klassifizierung hat sich dabei jedoch noch nicht herausgebildet. Grob lassen sich Crypto Assets wie folgt einteilen:

  • Kryptowährungen werden als Mittel zur Übertragung von Geld oder Werten sowie zum Kauf von Waren und Dienstleistungen verwendet, z. B. Bitcoin, Litecoin.
  • Utility-Tokens gewähren Zugang zu einem Netzwerk sowie das Recht, die Netzwerkfunktionalitäten zu nutzen, z. B. Ether.
  • Security-Tokens repräsentieren das Eigentum an einem zugrunde liegenden Wertpapier bzw. berechtigen zum Bezug von Cashflows, welche durch das Netzwerk generiert werden, z. B Nexo.
  • Governance-Tokens gewähren dem Token-Holder Stimmrechte, um die zukünftige Entwicklung des Protokolls mitzugestalten, z. B. XYZ.
  • Collectible-Tokens repräsentieren das Eigentum an einem bestimmten Objekt. Collectible-Tokens werden auch als NFTs (non-fungible tokens) bezeichnet, da die Tokens einzigartige, nicht austauschbare Assets darstellen. NFTs haben für die Token-Inhaber einen individuellen bzw. monetären Wert, z. B. Crypto Punks, Crypto Kitties. 

Zunehmende Akzeptanz von Crypto Assets?

Die digitalen Geschäftsmodelle aufstrebender, innovativer Start-up-Unternehmen basieren zunehmend auf der Blockchain-Technologie sowie auf der Nutzung digitaler Tokens. Aber auch traditionelle Unternehmen kommen zunehmend mit Crypto Assets in Berührung. Gelistete Unternehmen in den USA, wie z. B. Tesla oder MicroStrategy, weisen in ihren Bilanzen bereits Bitcoin aus. PayPal hat angekündigt, seinen Kunden außerhalb der USA erstmals zu ermöglichen, Kryptowährungen (BTC, ETH, LTC, ETH) zu kaufen, zu halten und zu verkaufen. Die Überzeugung, dass NFTs eine wichtige Rolle in der Zukunft des Einzelhandels, der sozialen Medien und der Unterhaltung spielen werden, hat Visa dazu veranlasst, für 150.000 $ einen Crypto Punk (NFT) zu kaufen. Die damit verbundene mediale Aufmerksamkeit war enorm (NFTs mark a new chapter for digital commerce | Visa).   

Bilanzielle Abbildung

Digitale Vermögenswerte sind, wie alle anderen Vermögenswerte auch, in der Bilanz anzusetzen, zu bewerten und korrekt auszuweisen. Allerdings sind die Bilanzierungsregeln – nicht zuletzt aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Arten von Crypto Assets und deren Verwendung in den Geschäftsmodellen der Unternehmen – nicht immer eindeutig. Spezifische Regelungen zur Bilanzierung von Crypto Assets wurden bisher nicht veröffentlicht, sodass derzeit die Anwendung bestehender Bilanzierungsregeln für diese aufstrebende Asset-Klasse genügen muss.

Herausforderungen

Die zunehmende Bedeutung von Crypto Assets stellt nicht nur Regulator*innen und Standardsetter, sondern auch Unternehmen und Wirtschaftsprüfer*innen vor Herausforderungen. Wirtschaftsprüfer*innen müssen zukünftig ein tiefergehendes Verständnis für Crypto Assets und Blockchain-Technologie entwickeln, um die Bilanzierung digitaler Vermögenswerte beurteilen und Unternehmen weiterhin umfassend betreuen bzw. beraten zu können.

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